[{"data":1,"prerenderedAt":624},["ShallowReactive",2],{"blog\u002FMythos-Psychotherapie-ist-nur-fuer-Irre:published":3},{"name":4,"created_at":5,"published_at":6,"updated_at":7,"id":8,"uuid":9,"content":10,"slug":614,"full_slug":615,"sort_by_date":616,"position":617,"tag_list":618,"is_startpage":28,"parent_id":619,"meta_data":35,"group_id":620,"first_published_at":621,"release_id":35,"lang":622,"path":35,"alternates":623,"default_full_slug":35,"translated_slugs":35},"Mythos: Psychotherapie ist nur für Irre.","2024-10-01T18:39:43.342Z","2026-10-24T14:33:31.550Z","2026-10-24T14:33:31.577Z",556841012,"973e173f-ac94-4fba-8eaf-8fa2f54a738b",{"_uid":11,"hero":12,"title":18,"content":19,"excerpt":42,"ogTitle":18,"component":608,"description":609,"canonicalUrl":17,"featuredImage":610,"ogDescription":609},"e7f41e06-4efe-4656-ba5f-b7686a98acb0",[13],{"_uid":14,"title":15,"component":16,"description":17},"67178cd1-55d1-4324-bf0c-2a6516794362","Mythos: Psychotherapie ist nur für Irre. ","HeroSmall","","Mythos: Psychotherapie ist nur für Irre",[20,30,173,179,284,290,449,455],{"_uid":21,"image":22,"component":29},"2c51ebf4-b622-4c27-864c-50d28c021bc7",{"id":23,"alt":17,"name":17,"focus":17,"title":17,"source":17,"filename":24,"copyright":17,"fieldtype":25,"meta_data":26,"is_external_url":28},234124341280108,"https:\u002F\u002Fa.storyblok.com\u002Ff\u002F302126\u002F2000x1333\u002F100687c8c2\u002Fpraxis_top1.jpg","asset",{"size":27},"2000x1333",false,"Image",{"_uid":31,"content":32,"component":172},"1bf93bcc-a115-4c16-84ab-685c48e62bc6",{"type":33,"attrs":34,"content":36},"doc",{"backgroundColor":35},null,[37,47,72,77,82,87,92,99,104,109,114,119,127,132,162,167],{"type":38,"attrs":39,"content":40},"paragraph",{"textAlign":35},[41],{"text":42,"type":43,"marks":44},"Über eine Generation, die schweigen musste. Eine Gesellschaft, die Stärke mit Aushalten verwechselte. Und die Frage, warum es uns bis heute so schwerfällt, Hilfe anzunehmen.","text",[45],{"type":46},"italic",{"type":48,"content":49},"bullet_list",[50,58,65],{"type":51,"content":52},"list_item",[53],{"type":38,"attrs":54,"content":55},{"textAlign":35},[56],{"text":57,"type":43},"„Ich bin doch nicht verrückt.“",{"type":51,"content":59},[60],{"type":38,"attrs":61,"content":62},{"textAlign":35},[63],{"text":64,"type":43},"„Früher hat auch niemand eine Therapie gebraucht.“",{"type":51,"content":66},[67],{"type":38,"attrs":68,"content":69},{"textAlign":35},[70],{"text":71,"type":43},"„Man muss doch nicht wegen allem gleich zum Psychologen rennen.“",{"type":38,"attrs":73,"content":74},{"textAlign":35},[75],{"text":76,"type":43},"Diese und ähnliche Sätze sind vermutlich vielen Menschen bekannt. Vielleicht wurden sie in der eigenen Familie gehört. Vielleicht wurden sie sogar selbst schon einmal ausgesprochen.",{"type":38,"attrs":78,"content":79},{"textAlign":35},[80],{"text":81,"type":43},"Aber woher kommt eigentlich diese Vorstellung, dass Psychotherapie nur etwas für Menschen ist, mit denen angeblich etwas nicht stimmt?",{"type":38,"attrs":83,"content":84},{"textAlign":35},[85],{"text":86,"type":43},"Und warum fällt es uns oft so schwer, Unterstützung anzunehmen, wenn es um unsere psychische Gesundheit geht?",{"type":38,"attrs":88,"content":89},{"textAlign":35},[90],{"text":91,"type":43},"Ich glaube, ein Teil der Antwort liegt in unserer Geschichte. Und in den Geschichten jener Menschen, die vor uns gelebt haben.",{"type":93,"attrs":94,"content":96},"heading",{"level":95,"textAlign":35},2,[97],{"text":98,"type":43},"Männer mussten stark sein. Frauen mussten stark sein.",{"type":38,"attrs":100,"content":101},{"textAlign":35},[102],{"text":103,"type":43},"Ein Blick auf die Generationen vor uns zeigt, unter welchen gesellschaftlichen Erwartungen viele Menschen aufgewachsen sind.",{"type":38,"attrs":105,"content":106},{"textAlign":35},[107],{"text":108,"type":43},"Männer mussten stark sein. Die Familie versorgen. Funktionieren. Keine Schwäche zeigen. Gefühle, insbesondere Angst, Traurigkeit und Hilflosigkeit, hatten oftmals wenig Platz.",{"type":38,"attrs":110,"content":111},{"textAlign":35},[112],{"text":113,"type":43},"Frauen mussten ebenfalls stark sein. Kinder großziehen, den Haushalt führen, für andere sorgen, eigene Bedürfnisse zurückstellen und vieles aushalten.",{"type":38,"attrs":115,"content":116},{"textAlign":35},[117],{"text":118,"type":43},"Stärke hatte unterschiedliche Gesichter. Aber häufig dieselbe Botschaft:",{"type":38,"attrs":120,"content":121},{"textAlign":35},[122],{"text":123,"type":43,"marks":124},"Nicht jammern. Weitermachen. Zusammenreißen.",[125],{"type":126},"bold",{"type":38,"attrs":128,"content":129},{"textAlign":35},[130],{"text":131,"type":43},"Dazu kamen Krieg, Vertreibung, Armut, Verluste, Gewalt, Missbrauch und Erfahrungen, für die es oftmals weder Worte noch einen geschützten Raum gab.",{"type":48,"content":133},[134,141,148,155],{"type":51,"content":135},[136],{"type":38,"attrs":137,"content":138},{"textAlign":35},[139],{"text":140,"type":43},"Vieles wurde nicht erzählt.",{"type":51,"content":142},[143],{"type":38,"attrs":144,"content":145},{"textAlign":35},[146],{"text":147,"type":43},"Vielleicht, weil es zu schmerzhaft war.",{"type":51,"content":149},[150],{"type":38,"attrs":151,"content":152},{"textAlign":35},[153],{"text":154,"type":43},"Vielleicht, weil niemand zuhören wollte.",{"type":51,"content":156},[157],{"type":38,"attrs":158,"content":159},{"textAlign":35},[160],{"text":161,"type":43},"Vielleicht, weil es gesellschaftlich nicht vorgesehen war, über bestimmte Erfahrungen zu sprechen.",{"type":38,"attrs":163,"content":164},{"textAlign":35},[165],{"text":166,"type":43},"Oder weil das Schweigen die einzige Möglichkeit schien, irgendwie weiterzuleben.",{"type":38,"attrs":168,"content":169},{"textAlign":35},[170],{"text":171,"type":43},"Und vielleicht war genau das für viele Menschen damals tatsächlich eine Form des Überlebens.","Text",{"_uid":174,"image":175,"component":29},"a38eedb0-f6b2-4f41-a2dd-369e80079025",{"id":176,"alt":17,"name":17,"focus":17,"title":17,"source":17,"filename":177,"copyright":17,"fieldtype":25,"meta_data":178,"is_external_url":28},17508823,"https:\u002F\u002Fa.storyblok.com\u002Ff\u002F302126\u002F3000x2000\u002Ff2270c2fea\u002Fjulia-caesar-dpomkearze4-unsplash.jpg",{},{"_uid":180,"content":181,"component":172},"caecd7d4-877b-4550-88d3-7dc5ea6be982",{"type":33,"attrs":182,"content":183},{"backgroundColor":35},[184,189,194,199,204,209,214,219,224,229,234,239,244,249,254,259,264,269,274,281],{"type":93,"attrs":185,"content":186},{"level":95,"textAlign":35},[187],{"text":188,"type":43},"Was passiert mit dem, worüber nie gesprochen wurde?",{"type":38,"attrs":190,"content":191},{"textAlign":35},[192],{"text":193,"type":43},"Nur weil über etwas nicht gesprochen wird, bedeutet das nicht, dass es keine Auswirkungen hat.",{"type":38,"attrs":195,"content":196},{"textAlign":35},[197],{"text":198,"type":43},"Erfahrungen können prägen, wie Menschen Beziehungen gestalten, mit Konflikten umgehen, Gefühle ausdrücken oder auf Belastungen reagieren.",{"type":38,"attrs":200,"content":201},{"textAlign":35},[202],{"text":203,"type":43},"Ein Kind, das mit einem emotional wenig zugänglichen Elternteil aufwächst, lernt möglicherweise früh, die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen.",{"type":38,"attrs":205,"content":206},{"textAlign":35},[207],{"text":208,"type":43},"Ein Kind, das erlebt, dass Angst oder Traurigkeit keinen Platz haben, entwickelt vielleicht die Überzeugung, immer stark sein zu müssen.",{"type":38,"attrs":210,"content":211},{"textAlign":35},[212],{"text":213,"type":43},"Und aus Kindern werden irgendwann Erwachsene. Vielleicht auch Eltern.",{"type":38,"attrs":215,"content":216},{"textAlign":35},[217],{"text":218,"type":43},"So können sich Haltungen, Ängste, Beziehungsmuster und Überlebensstrategien über Generationen hinweg fortsetzen.",{"type":38,"attrs":220,"content":221},{"textAlign":35},[222],{"text":223,"type":43},"Nicht unbedingt, weil jemand das bewusst möchte.",{"type":38,"attrs":225,"content":226},{"textAlign":35},[227],{"text":228,"type":43},"Sondern weil Menschen häufig mit dem weiterleben und weitergeben, was sie selbst erfahren und gelernt haben.",{"type":93,"attrs":230,"content":231},{"level":95,"textAlign":35},[232],{"text":233,"type":43},"Und dann gibt es noch die Epigenetik.",{"type":38,"attrs":235,"content":236},{"textAlign":35},[237],{"text":238,"type":43},"Epigenetik ist weder Hexerei noch Humbug. Sie ist ein wissenschaftlich erforschtes Gebiet der Biologie.",{"type":38,"attrs":240,"content":241},{"textAlign":35},[242],{"text":243,"type":43},"Vereinfacht gesagt beschäftigt sie sich damit, wie die Aktivität unserer Gene reguliert wird, ohne dass sich die eigentliche DNA-Sequenz verändert.",{"type":38,"attrs":245,"content":246},{"textAlign":35},[247],{"text":248,"type":43},"Dabei können auch Umwelteinflüsse und Belastungen eine Rolle spielen.",{"type":38,"attrs":250,"content":251},{"textAlign":35},[252],{"text":253,"type":43},"Die Forschung untersucht unter anderem, wie sich schwere Stress- und Traumaerfahrungen auf biologische Regulationsprozesse auswirken und inwiefern solche Veränderungen auch bei nachfolgenden Generationen nachweisbar sind.",{"type":38,"attrs":255,"content":256},{"textAlign":35},[257],{"text":258,"type":43},"Es gibt interessante wissenschaftliche Hinweise darauf, dass traumatische Erfahrungen mit epigenetischen Veränderungen bei Betroffenen und ihren Nachkommen zusammenhängen können.",{"type":38,"attrs":260,"content":261},{"textAlign":35},[262],{"text":263,"type":43},"Gleichzeitig ist wichtig, hier genau zu unterscheiden: Dass Stress und Erfahrungen epigenetische Prozesse beeinflussen können, ist gut belegt. Ob traumabedingte Veränderungen beim Menschen tatsächlich über mehrere Generationen biologisch vererbt werden, ist noch Gegenstand der Forschung.",{"type":38,"attrs":265,"content":266},{"textAlign":35},[267],{"text":268,"type":43},"Was wir aber wissen: Menschen werden nicht unabhängig von ihrer Geschichte und ihrem Umfeld groß.",{"type":38,"attrs":270,"content":271},{"textAlign":35},[272],{"text":273,"type":43},"Familiengeschichten, Beziehungen, gesellschaftliche Bedingungen und Erfahrungen können über Generationen hinweg Einfluss nehmen.",{"type":38,"attrs":275,"content":276},{"textAlign":35},[277],{"text":278,"type":43,"marks":279},"Nicht alles, was prägt, wurde selbst erlebt. 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Jahrhundert wurde die sogenannte „Hysterie“ zu einer bekannten medizinischen Diagnose. Besonders Frauen, deren körperliche oder psychische Beschwerden nicht in die damaligen Erklärungsmodelle passten, erhielten diese Zuschreibung.",{"type":38,"attrs":311,"content":312},{"textAlign":35},[313],{"text":314,"type":43},"Frauen wurden untersucht, vorgeführt, mit teilweise fragwürdigen Methoden behandelt oder in psychiatrischen Einrichtungen untergebracht.",{"type":38,"attrs":316,"content":317},{"textAlign":35},[318],{"text":319,"type":43},"Hinter solchen Diagnosen standen mitunter Menschen mit traumatischen Erfahrungen, großen Belastungen oder Beschwerden, die damals noch nicht ausreichend verstanden wurden.",{"type":38,"attrs":321,"content":322},{"textAlign":35},[323],{"text":324,"type":43},"Heute wissen wir, wie stark diese Vorstellungen auch von den gesellschaftlichen Rollenbildern und Machtverhältnissen ihrer Zeit geprägt waren.",{"type":38,"attrs":326,"content":327},{"textAlign":35},[328],{"text":329,"type":43},"Und trotzdem möchte ich an dieser Stelle auch etwas anderes sagen.",{"type":38,"attrs":331,"content":332},{"textAlign":35},[333],{"text":334,"type":43,"marks":335},"Ich bin dankbar, dass Menschen begonnen haben, Fragen zu stellen.",[336],{"type":126},{"type":38,"attrs":338,"content":339},{"textAlign":35},[340],{"text":341,"type":43},"Sigmund Freud, Eric Berne, Fanita English und viele andere beschäftigten sich mit psychischen Beschwerden, inneren Konflikten und der Bedeutung von Erfahrungen.",{"type":38,"attrs":343,"content":344},{"textAlign":35},[345],{"text":346,"type":43},"Nicht alle ihre Annahmen waren richtig. Manche Methoden und Vorstellungen müssen aus heutiger Sicht deutlich kritisiert werden.",{"type":38,"attrs":348,"content":349},{"textAlign":35},[350],{"text":351,"type":43},"Und dennoch haben sie dazu beigetragen, dass sich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche weiterentwickeln konnte.",{"type":38,"attrs":353,"content":354},{"textAlign":35},[355],{"text":356,"type":43},"Ich möchte mir vorstellen, dass hinter einem Teil dieser Suche auch ein zutiefst menschlicher Wunsch stand:",{"type":38,"attrs":358,"content":359},{"textAlign":35},[360],{"text":361,"type":43},"Sich selbst und andere besser zu verstehen. Leid zu lindern. Und vielleicht ein freieres, erfüllteres Leben zu ermöglichen.",{"type":38,"attrs":363,"content":364},{"textAlign":35},[365],{"text":366,"type":43},"Die Psychotherapie hat sich seither weiterentwickelt. Und sie entwickelt sich hoffentlich auch in Zukunft weiter.",{"type":93,"attrs":368,"content":369},{"level":95,"textAlign":35},[370],{"text":371,"type":43},"Unsere Eltern haben uns geprägt. Aber sie sind nicht an allem schuld.",{"type":38,"attrs":373,"content":374},{"textAlign":35},[375],{"text":376,"type":43},"Ein Gedanke ist mir in meiner therapeutischen Arbeit besonders wichtig.",{"type":38,"attrs":378,"content":379},{"textAlign":35},[380],{"text":381,"type":43},"Unsere Eltern, Großeltern und andere wichtige Bezugspersonen haben selbst eine Geschichte.",{"type":38,"attrs":383,"content":384},{"textAlign":35},[385],{"text":386,"type":43},"Sie wurden geprägt von ihrer Kindheit, ihren Erfahrungen, den gesellschaftlichen Erwartungen und ihren eigenen Möglichkeiten.",{"type":38,"attrs":388,"content":389},{"textAlign":35},[390],{"text":391,"type":43},"Ich gehe grundsätzlich davon aus, dass viele Eltern im Rahmen ihres damaligen Wissens und Könnens versucht haben, das Richtige zu tun.",{"type":38,"attrs":393,"content":394},{"textAlign":35},[395],{"text":396,"type":43},"Das bedeutet nicht, dass alles, was sie getan haben, auch gut oder hilfreich war.",{"type":38,"attrs":398,"content":399},{"textAlign":35},[400],{"text":401,"type":43},"Und es bedeutet schon gar nicht, dass Verletzungen, Vernachlässigung oder Gewalt dadurch gerechtfertigt werden.",{"type":38,"attrs":403,"content":404},{"textAlign":35},[405],{"text":406,"type":43},"Manchmal haben Eltern das gegeben, was ihnen selbst zur Verfügung stand.",{"type":38,"attrs":408,"content":409},{"textAlign":35},[410],{"text":411,"type":43,"marks":412},"Und manchmal war genau das nicht das, was ein Kind gebraucht hätte.",[413],{"type":126},{"type":38,"attrs":415,"content":416},{"textAlign":35},[417],{"text":418,"type":43},"Beides darf gleichzeitig wahr sein.",{"type":38,"attrs":420,"content":421},{"textAlign":35},[422],{"text":423,"type":43},"Es kann Verständnis für die Geschichte der Eltern geben und gleichzeitig Traurigkeit, Wut oder Enttäuschung darüber, was in der eigenen Kindheit gefehlt hat.",{"type":38,"attrs":425,"content":426},{"textAlign":35},[427],{"text":428,"type":43},"Es kann Liebe geben und gleichzeitig den Wunsch nach Abgrenzung.",{"type":38,"attrs":430,"content":431},{"textAlign":35},[432],{"text":433,"type":43},"Es kann Dankbarkeit geben und gleichzeitig Verletzungen, die bis heute spürbar sind.",{"type":38,"attrs":435,"content":436},{"textAlign":35},[437],{"text":438,"type":43},"Psychotherapie muss dabei nicht bedeuten, Schuldige zu suchen.",{"type":38,"attrs":440,"content":441},{"textAlign":35},[442],{"text":443,"type":43},"Sie kann helfen, Zusammenhänge zu verstehen, die eigene Geschichte einzuordnen und neue Entscheidungen für das heutige Leben zu ermöglichen.",{"type":38,"attrs":445,"content":446},{"textAlign":35},[447],{"text":448,"type":43},"Denn Verständnis für die Vergangenheit bedeutet nicht, dass alles so bleiben muss.",{"_uid":450,"image":451,"component":29},"861ae083-1144-4caa-b3c6-e1260cde8b88",{"id":452,"alt":17,"name":17,"focus":17,"title":17,"source":17,"filename":453,"copyright":17,"fieldtype":25,"meta_data":454,"is_external_url":28},234129746202037,"https:\u002F\u002Fa.storyblok.com\u002Ff\u002F302126\u002F1200x630\u002Fba0e88c134\u002Ffamilie.png",{},{"_uid":456,"content":457,"component":172},"298cf85c-b8e2-4585-be49-ff7de7b5b815",{"type":33,"attrs":458,"content":459},{"backgroundColor":35},[460,465,488,493,498,503,508,513,518,523,528,533,538,543,548,553,558,563,568,575,580,585,590,595,606],{"type":93,"attrs":461,"content":462},{"level":95,"textAlign":35},[463],{"text":464,"type":43},"Vielleicht dürfen wir heute etwas anders machen.",{"type":48,"content":466},[467,474,481],{"type":51,"content":468},[469],{"type":38,"attrs":470,"content":471},{"textAlign":35},[472],{"text":473,"type":43},"Vielleicht haben frühere Generationen vieles ausgehalten, weil ihnen kaum andere Möglichkeiten zur Verfügung standen.",{"type":51,"content":475},[476],{"type":38,"attrs":477,"content":478},{"textAlign":35},[479],{"text":480,"type":43},"Vielleicht war Schweigen notwendig, um den Alltag zu bewältigen.",{"type":51,"content":482},[483],{"type":38,"attrs":484,"content":485},{"textAlign":35},[486],{"text":487,"type":43},"Vielleicht war Funktionieren wichtiger als Fühlen.",{"type":38,"attrs":489,"content":490},{"textAlign":35},[491],{"text":492,"type":43},"Aber heute gibt es mehr Wissen über psychische Gesundheit, mehr Behandlungsmöglichkeiten und zunehmend auch mehr Raum, über innere Belastungen zu sprechen.",{"type":38,"attrs":494,"content":495},{"textAlign":35},[496],{"text":497,"type":43},"Das bedeutet nicht, dass jede schwierige Erfahrung eine Therapie braucht.",{"type":38,"attrs":499,"content":500},{"textAlign":35},[501],{"text":502,"type":43},"Nicht jede Traurigkeit ist eine Depression.",{"type":38,"attrs":504,"content":505},{"textAlign":35},[506],{"text":507,"type":43},"Nicht jeder Konflikt ist eine psychische Erkrankung.",{"type":38,"attrs":509,"content":510},{"textAlign":35},[511],{"text":512,"type":43},"Und nicht jede unangenehme Erinnerung muss therapeutisch bearbeitet werden.",{"type":38,"attrs":514,"content":515},{"textAlign":35},[516],{"text":517,"type":43},"Aber es bedeutet, dass Unterstützung eine Möglichkeit sein darf.",{"type":38,"attrs":519,"content":520},{"textAlign":35},[521],{"text":522,"type":43},"Ohne Scham. Ohne Rechtfertigung. Ohne erst beweisen zu müssen, dass das eigene Leiden schwer genug ist.",{"type":93,"attrs":524,"content":525},{"level":95,"textAlign":35},[526],{"text":527,"type":43},"Psychotherapie ist nicht nur für „Irre“.",{"type":38,"attrs":529,"content":530},{"textAlign":35},[531],{"text":532,"type":43},"Vielleicht ist es an der Zeit, diesen Satz endgültig zu hinterfragen.",{"type":38,"attrs":534,"content":535},{"textAlign":35},[536],{"text":537,"type":43},"Denn hinter dem Wort „irre“ steckt häufig nicht nur Unwissen über Psychotherapie, sondern auch eine jahrzehntelang weitergegebene Angst davor, als schwach, anders oder nicht normal angesehen zu werden.",{"type":38,"attrs":539,"content":540},{"textAlign":35},[541],{"text":542,"type":43},"Dabei sind psychische Erkrankungen und seelische Belastungen Teil menschlicher Lebensrealitäten.",{"type":38,"attrs":544,"content":545},{"textAlign":35},[546],{"text":547,"type":43},"Und Menschen sind immer mehr als ihre Diagnosen, ihre Erfahrungen und ihre Schwierigkeiten.",{"type":38,"attrs":549,"content":550},{"textAlign":35},[551],{"text":552,"type":43},"Psychotherapie ist ein professioneller Raum, in dem psychische Erkrankungen behandelt, belastende Erfahrungen verstanden und neue Perspektiven entwickelt werden können.",{"type":38,"attrs":554,"content":555},{"textAlign":35},[556],{"text":557,"type":43},"Manchmal beginnt dieser Weg mit einer konkreten Diagnose.",{"type":38,"attrs":559,"content":560},{"textAlign":35},[561],{"text":562,"type":43},"Manchmal mit einer Krise.",{"type":38,"attrs":564,"content":565},{"textAlign":35},[566],{"text":567,"type":43},"Und manchmal einfach mit der Frage, warum sich bestimmte Dinge im Leben immer wiederholen.",{"type":38,"attrs":569,"content":570},{"textAlign":35},[571],{"text":572,"type":43,"marks":573},"Vielleicht besteht die Stärke unserer Generation nicht darin, noch mehr auszuhalten. Sondern darin, manches nicht länger allein tragen zu müssen.",[574],{"type":126},{"type":38,"attrs":576,"content":577},{"textAlign":35},[578],{"text":579,"type":43},"Und vielleicht ist genau das eine Möglichkeit, nicht nur die eigene Geschichte besser zu verstehen, sondern auch etwas für die Generationen zu verändern, die nach uns kommen.",{"type":93,"attrs":581,"content":582},{"level":283,"textAlign":35},[583],{"text":584,"type":43},"Ein Gedanke zum Schluss …",{"type":38,"attrs":586,"content":587},{"textAlign":35},[588],{"text":589,"type":43},"Mit meinen Beiträgen möchte ich zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven eröffnen und psychische Gesundheit ein Stück verständlicher machen.",{"type":38,"attrs":591,"content":592},{"textAlign":35},[593],{"text":594,"type":43},"Denn nicht immer braucht es sofort eine Antwort. Manchmal beginnt Veränderung bereits damit, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.",{"type":38,"attrs":596,"content":597},{"textAlign":35},[598,602,604],{"text":599,"type":43,"marks":600},"Jacqueline Größbauer",[601],{"type":126},{"type":603},"hard_break",{"text":605,"type":43},"Psychotherapeutin",{"type":93,"attrs":607},{"level":283,"textAlign":35},"Page","Freud, Hysterie, Psychotherapie, Irre, Epigenetik ",{"id":611,"alt":17,"name":17,"focus":17,"title":17,"source":17,"filename":612,"copyright":17,"fieldtype":25,"meta_data":613,"is_external_url":28},17573360,"https:\u002F\u002Fa.storyblok.com\u002Ff\u002F302126\u002F612x309\u002F6699f26313\u002F1ez0oach.png",{},"Mythos-Psychotherapie-ist-nur-fuer-Irre","blog\u002FMythos-Psychotherapie-ist-nur-fuer-Irre","2026-10-24",70,[],541677900,"bd8da8bc-1d22-459f-844a-657f98211b00","2026-10-02T09:45:00.000Z","default",[],1792853339964]